Frankreich bringt Schwung für Euroland

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Im Nachgang der französischen Parlamentswahlen bilden sich die Ängste um ein Auseinanderbrechen der Eurozone weiter zurück. Der Euroland-Gesamtindex fällt von 11,4% auf 8,6%, seinem niedrigsten Stand seit September 2014. Insbesondere der griechische Teilindex setzt seine dynamische Erholung fort, wobei auch die Entwicklung für den Teilindex in Italien Entspannungssignale sendet. Die Ruhe überträgt sich noch nicht auf den Index, der die Ansteckungsgefahren misst. Dieser erhöht sich von rund 34% auf 38%.

Der Enthusiasmus über den erneuten Wahlsieg Macrons nach der französischen Parlamentswahl kommt auch in der Eurozone an. Die Anleger sehen darin ein positives Signal für Euroland und werten den Wahlausgang als klares Bekenntnis zu Europa. Dies beeinflusst auch die Wahrnehmung der Anleger bezüglich eines Auseinanderbrechens der Eurozone. Der Euroland-Gesamtindex des sentix Euro Break-up Index sinkt das dritte Mal in Folge auf nunmehr 8,6 Prozentpunkte. Zuletzt konnte dieser Wert im September 2014 unterboten werden. Wenn zurzeit noch eine Unsicherheit existiert, so ist es die potentielle Ansteckungsgefahr, die der Index der Ausbreitung misst. Sein Wert steigt um rund 4% an. Er reflektiert, dass trotz der geringeren Austrittswahrscheinlichkeit in den einzelnen Ländern immer noch zu viele Länder als Problemkandidaten identifiziert werden und ein Aufflammen der Eurokrise über verschiedene Länder jederzeit möglich ist.

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sentix Euro Break-up Index: Gesamtindex Euroland und Risiko der Ausbreitung (linke Skala)

 In der Summe überwiegen aber die positiven Ergebnisse: Der Teilindex für Griechenland profitiert von den jüngsten Kreditzusagen der EU-Länder und sinkt von 8,2% auf 5,3%-Punkte. Dieser Indexwert ist der niedrigste Stand, der seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 2012 für Griechenland jemals gemessen werden konnte. Auch für Italien messen wir ei-ne Abnahme des Austrittsrisikos (von 5,5% auf 4,6%). Der Ausgang der Kommunalwahlen in Italien und die Stimmen-verluste der 5-Sterne Bewegung hat zusammen mit den verschobenen Neuwahlen die Euro-Austrittsängste für Italien abebben lassen.

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sentix Euro Break-up Index – Teilindex Griechenland und Italien

Hintergrund

Der monatlich erscheinende sentix Euro Break-up Index wird seit Juni 2012 jeweils in der vierten Woche eines Monats erhoben und am darauffolgenden Dienstagmorgen veröffentlicht. Die befragten Anleger haben die Möglichkeit, bis zu drei Länder zu nennen, mit deren Euro-Austritt sie innerhalb der nächsten zwölf Monate rechnen. Weitere Details zum sentix Euro Break-up Index sowie aktuelle Werte finden Sie unter http://ebr.sentix.de.

Der aktuelle Wert des sentix Euro Break-up Index in Höhe von 8,6% bedeutet, dass zurzeit genau dieser Anteil der befragten Anleger mit dem Ausscheiden mindestens eines Landes aus der Eurozone innerhalb der nächsten zwölf Monate rechnet. Seinen vorläufigen Höchststand hatte der sentix EBI mit 73% im Juli 2012 erreicht. Sein Minimum stammt mit 7,6% aus dem Juli 2014.

An der aktuellen Umfrage, die vom 22.06. bis zum 24.06.2017 durchgeführt wurde, beteiligten sich 963 Investoren.

 

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