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sentix Assetklassen Sentiment

sentix Assetklassen Sentiment

Das sentix Assetklassen Sentiment wird monatlich – gleichzeigt mit den sentix Styles-Indizes – für sieben verschiedene Assetklassen erhoben. Zu seiner Ermittlung werden die Anleger danach gefragt, wie stark zum gegebenen Zeitpunkt ihre Präferenz für die jeweils genannte Assetklasse ist. Es resultiert hieraus ein Indikator, der – ähnlich dem sentix Sektor Sentiment – methodisch eine Mischung aus sentix Sentiment und sentix Strategischem Bias darstellt. Denn im Gegensatz zum sentix Sentiment, das sich explizit auf die 1-Monats-Erwartungen der Investoren bezieht, und zum sentix Strategischem Bias, der ausdrücklich die 6-Monats-Erwartungen wider-spiegelt, wird bei der Erhebung des sentix Assetklassen Sentiments keine solche Differenzierung nach den Zeithorizonten vorgenommen. 

Wie man den Indikator nutzt

Richtungsindikator mit Vorlauf

Wie in den Abbildungen dieses Kompendiumsbeitrags zu erkennen ist, hat das sentix Asseklassen Sentiment in den meisten Fällen einen Vorlauf vor den zugehörigen Marktentwicklungen. Denn steigende (fallende) Präferenzen für eine Assetklasse weisen auf Kaufbereitschaft (Verkaufsbereitschaft) hin, die mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auch in Transaktionen und entsprechende Preisbewegungen münden. Folglich ist das sentix Assetklassen Sentiment für die verschiedenen Assetklassen als Richtungsindikator mit Prognosekraft einsetzbar.

Tritt das sentix Assetklassen Sentiment in Extrembereiche ein, so besteht (wie bei allen Richtungsindikatoren mit einem festen Wertebereich) eine erhöhte Wahrscheinlichkeit dafür, dass in nächster Zeit eine Trendumkehr stattfindet. In solchen Phasen nimmt das Assetklassen-Sentiment also einen konträren Charakter an.

Zur Bestimmung des Vorliegens von extremen Werten kann es hilfreich sein, die absoluten Sentiment-Werte in Z-Scores umzuwandeln. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass bei Zeitreihen, die bereits über eine mehrjährige Historie verfügen und trotzdem bisher nur einen relativ kleinen Teil ihres theoretisch möglichen Wertebereichs ausgeschöpft haben, wahrscheinlich ein struktureller Bias vorliegt. In solchen Fällen können sich besonders interessante Handlungspunkte ergeben, wenn die Indikatoren in den Bereich vordringen, für den es noch keine Beobachtungen gibt. Ein Beispiel hierfür ist das sentix IPO Sentimtent, das seit Mitte 2005 erhoben wird. Seit seiner Einführung hat dieser Indikator noch kein einziges Mal einen positiven Wert erreicht.

Das dürfte stark mit der Verweigerungshaltung gegenüber dieser Assetklasse zusammenhängen, die die Anleger nach dem Platzen der so genannten TMT-Blase zu Beginn der 2000er Jahre eingenommen haben. Wenn dieser Index in Zukunft in positives Terrain vordringen sollte, wäre das ein Signal besonderer Art. Es würde zeigen, dass die Investoren ihre Verweigerungshaltung gegen IPOs aufgeben und damit noch weiteres Potenzial für Neuemissionen besteht. Gleichzeitig wäre es aber – bezogen auf die Entwicklung am Aktienmarkt allgemein – als ein spätzyklisches Signal zu interpretieren, da das IPO-Geschäft traditionell gegen Ende einer Hausse am besten läuft.

Zu den einzelnen Indikatoren des sentix Assetklassen Sentiments

Folgende Zeitreihen zum sentix Assetklassen Sentiment stehen zur Verfügung:

  • sentix Bitcoins Sentiment: Das Sentiment für die Kryptowährung ist der jüngste unter den Indizes des sentix Assetklassen Sentiments. Es wird seit Dezember 2013 erhoben. Damit ist die Zeitreihe noch zu kurz, um statistisch signifikante Aussagen im Verhältnis zum Bitcoins-Preis (in US-Dollar) treffen zu können. Stimmungstendenzen, ausgehend von den bisher beobachteten Niveaus, sind allerdings bereits identifizierbar.
  • sentix Credits Sentiment: Das sentix Credits Sentiment spiegelt die aktuelle Präferenz der Anleger für Unternehmensanleihen im Verhältnis zu Staatsanleihen der höchsten Bonitätsstufe wider. Es eignet sich dementsprechend am besten zur Abschätzung der Entwicklung der Renditeaufschläge („Spreads") von Unternehmensanleihen auf Staatsanleihen höchster Bonität.
  • sentix Emerging Markets Aktien Sentiment: Dieser Sentiment-Indikator stellt in der Wahrnehmung der Investoren die Attraktivität von Schwellenländeraktien zu einem gegebenen Zeitpunkt dar. Er eignet sich hervorragend für die Prognose der Entwicklung breiter Emerging Markets-Aktienindizes wie z.B. dem MSCI Emerging Markets-Index.
  • sentix Emerging Markets Bonds Sentiment: Analog zum Aktien-Sentiment für die Schwellenländer ist dies der Index für die Bond-Märkte der Emerging Markets.
  • sentix Immobilien Sentiment: Dieser Indikator zeigt nach Einschätzung der Anleger die Attraktivität der Assetklasse Immobilien an. Konkret bewerten die Anleger hier ihre aktuelle Präferenz für ihren Heimatmarkt. Damit spiegelt der Indikator – aufgrund der Struktur der sentix-Umfrageteilnehmer – die Einschätzungen für den europäischen Immobilienmarkt insgesamt wider und kann als Prognoseinstrument für die dortige Preisentwicklung genutzt werden.
  • sentix IPO Sentiment: Das sentix IPO Sentiment signalisiert die Stimmung am Markt für Neuemissionen. Eine gute Stimmung deutet auf eine gute Platzierungsfähigkeit der Emittenten und entsprechend tendenziell überbewertete Preise bei einem Börsengang hin, auf die häufig eine relativ schlechte Performance folgt. Umgekehrtes gilt für ein (relativ) schlechtes IPO-Sentiment.
  • sentix Rohstoffe Sentiment: Dieser Sentiment-Index hat einen besonders guten Vorlauf gegenüber breit aufgestellten Rohstoff-Indizes, z.B. gegenüber dem CRB-Index, der in der sentix-Umfrage auch explizit als Referenz für die Anlegereinschätzung genannt wird.

Relative Betrachtung des sentix Assetklassen Sentiments: Hilfe bei der Asset Allocation

Das sentix Assetklassen Sentiment kann nicht nur zu Prognosezwecken und damit auch das Timing für den Einstieg in bestimmte Assetklassen genutzt werden. Es ist zudem eine Entscheidungshilfe, wenn es um Fragen der Asset Allocation geht. Die Sentiment-Indizes werden zu diesem Zweck nicht einzeln, sondern in Relation zueinander betrachtet. In dieser relativen Betrachtung ist es möglich, Trends und Trendumkehren zu identifizieren, die zwischen zwei oder mehreren Assetklassen bestehen. Entsprechend können dann Gewichtungen für die verschiedenen Segmente vorgenommen werden.

Einige Beispiele des Zusammenspiels mit anderen sentix-Indikatoren

Das sentix Assetklassen Sentiment kann im Allgemeinen durch Indikatoren der sentix Styles-Familie ergänzt werden, die. auch mit derselben monatlichen Sonderumfrage erhoben werden. Die Styles-Indikatoren liefern zusätzliche Informationen für das Aktiensegment, für das im Rahmen des sentix Asset-klassen Sentiments Zeitreihen zu Emerging Markets-Aktien und zu Neuemissionen bereitgehalten werden. Sie helfen z.B. dabei, die momentane relative Attraktivität von „Large Caps" und „Small Caps" sowie von „Growth-" und „Value-"Aktien einzuschätzen. 

Die einzelnen Zeitreihen des sentix Assetklassen Sentiments können im Speziellen jeweils durch ausgewählte sentix-Indizes ergänzt werden, um Prognosen, Market-Timing oder Asset Allocation weiter zu verbes-sern. Folgende Kombinationen erscheinen z.B. sinnvoll: 

  • sentix Credits Sentiment: Der Indikator bezieht sich auf die Entwicklung der Spreads von Unternehmensanleihen. Diese sind im Wesentlichen eine Funktion der Unsicherheit an den Finanzmärkten im Allgemeinen, die über die Volatilität gemessen werden kann. Im sentix-Datenkranz geben die kurzfristigen sentix Neutrality Indizes (für die 1-Monats-Sicht) die besten Volatilitätssignale – eine hohe Neutralität deutet dabei zumeist auf eine anstehende Vola-Zunahme hin. Es gibt sentix Neutrality Indizes für Aktien- und auch für Rentenmärkte. Beide Zeitreihen können als Maße für zukünftige Volatilität bei der Prognose der Entwicklung der Spreads für Unternehmensanleihen weitere Hilfestellung geben.
  • sentix Emerging Markets Aktien Sentiment und sentix Emerging Markets Bond Sentiment: Die Nachfrage nach Wertpapieren aus Schwellenländern ist meist eine Funktion des Risikoappetits: je höher der Risikoappetit, desto stärker sind Emerging Markets-Titel gesucht. Ein Maß für diesen Risikoappetit bzw. die Risikoaversion der Investoren ist der sentix Risikoaversions Index. Er ist eine Kombination aus mehreren sentix Styles- und sentix Assetklassen Sentiment-Indizes. Mit seiner Hilfe kann bestimmt werden, ob sich die Anleger im Risk-On- oder im Risk-Off-Modus befinden bzw. in welche Richtung sich ihre Risikoneigung entwickelt. Damit kann dieser Index ergänzend zu den reinen Emerging Market-Sentiments eingesetzt werden, um so die künftige Beliebtheit von Schwellenländer-Titeln abzuschätzen.
  • sentix Immobilien Sentiment: Das sentix Sektor Sentiment für Immobilienaktien kann hier Zusatzinformationen liefern, zumal es (auch monatlich) um eine Woche zeitlich versetzt zum sentix Assetklassen Sentiment für Immobilien erhoben wird. Selbst wenn die Kurse von Immobilienaktien und die Preise von Immobilien (zumindest zeitweise) unterschiedlichen Einflussfaktoren unterliegen mögen, zeigt ein graphischer Abgleich der beiden Zeitreihen, dass sie sich gut ergänzen.
  • sentix IPO Sentiment: Wenn es darum geht, weitere Maßstäbe für die Attraktivität von Aktien aus Anlegersicht zu finden (und damit indirekt auch für Neuemissionen), kann im sentix-Datenkranz vor allem auf den sentix Strategischen Bias zurückgegriffen werden. Dieser spiegelt die 6-Monats-Erwartung für die Entwicklung verschiedener Aktienmärkte wider und ist – ähnlich dem sentix IPO Sentiment – ein relativ glatt verlaufender Richtungsindikator. Als Ergänzung für das IPO-Sentiment bietet sich konkret der sentix Strategische Bias für europäische Aktien an. Er kann einerseits dabei helfen, die weitere Entwicklungsrichtung des sentix IPO Sentiments abzuschätzen, zumal er sogar in höherer Frequenz, nämlich auf wöchentlicher Basis, vorliegt. Andererseits kann unterstützend eingesetzt werden zur Identifikation des Reifegrades eines Aktienzyklus, an dessen Anfang IPOs regelmäßig kaum eine Rolle spielen und an dessen Ende Neuemission dann besonders stark gesucht sind.
  • sentix Rohstoffe Sentiment: Das sentix Rohstoffe Sentiment gibt die allgemeine Stimmung zu Rohstoffen wieder. Zu Rohstoffen im Speziellen gibt es von sentix Indikatoren zu Rohöl und zu Gold, nämlich die jeweils wöchentlich verfügbaren sentix Sentiment (1-Monats-Erwartung) und sentix Strategischer Bias (6-Monats-Erwartung). Über diese Indizes kann identifiziert werden, welcher der Rohstoffe bzw. welche Rohstoffklasse – Energieträger, (Edel-)Metalle – von der allgemeinen Stimmung aktuell profitiert oder von dieser belastet wird. Gleichzeitig kann hierüber auch die Qualität einer allgemeinen Sentiment-Entwicklung aufgedeckt oder zumindest relativiert werden. Steht z.B. hinter einem Anstieg des sentix Rohstoffe Sentiments eine starke Stimmungsaufhellung bei Gold, während die sentix-Indikatoren für Rohöl sich eher schwach entwickeln, kann die Triebfeder hier z.B. eine erhöhte Unsicherheit sein – und nicht beispielsweise steigendes Vertrauen in eine anziehende globale Wirtschaft. 

Abbildungen - Beispiele von Prognoseerfolgen

sentix Assetklassen Sentiment - Rohstoffe      sentix Assetklassen Sentiment - Emerging Markets Aktien
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sentix IPO Sentiment      sentix Assetklassen Sentiment - Rohstoffe vs. sentix IPO Sentiment
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Indikatorkonstruktion

Fragenkatalog

sentix Assetklassen Sentiment - Fragenkatalog 

Anmerkung: Obige Abbildung ist ein Ausschnitt aus der sentix-Sonderumfrage zum sentix Assetklassen Sentiment, das monatlich zusammen mit dem sentix Styles Index erhoben wird. Die Fragen zu den verschiedenen Märkten und Anlagesti-len sind in drei Gruppen unterteilt: „Aktien", „Renten" und „Sonstige". Hier ist beispielhaft die dritte Gruppe aus der Origi-nalumfrage im Bild dargestellt, über die das sentix IPO Sentiment, das sentix Rohstoffe Sentiment und das sentix Immobi-lien Sentiment ermittelt werden. Im Dezember 2013 ist hier noch das sentix Bitcoins Sentiment ergänzt worden. 

Berechnungsformel

sentix Assetklassen Sentiment - Berechnungsformel 

Deskriptive Statistik

sentix Assetklassen Sentiment - Deskriptive Statistik
sentix Assetklassen Sentiment, Deskriptive Statistik - Quelle: eigene Berechnungen

Nächste Datenveröffentlichungen

Specifications

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